Stewart Island – ein echtes Abenteuer

Im Januar 2014 haben wir 3 Nächte und 4 Tage auf Steward Island verbracht. Viele Neuseeländer haben diese Insel noch nie besucht, aber wir wussten sofort, dass wir dort hinwollten – wir hatten so viel Wunderbares gehört vom tollen kristallklaren Wasser und der umwerfenden Flora und Fauna. Steward Island ist noch mal ganz anders als die Nord- oder die Südinsel, und man kommt sich vor, als ob dort die Zeit stehengeblieben wäre: Die Natur ist unberührt, pre-historisch und einfach wunderschön. Ein Paradies für Naturliebhaber, welches ich als ein unvergessliches, einmaliges Erlebnis nur empfehlen kann.

Eine Tagestour nach Ulva Island (10 Minuten mit dem Wassertaxi) ist ein absolutes Muß. Wir hatten einen super Führer (Matt von „Ulva’s Guided Tours“ – Ulva ist eine nette Dame, welche nach der Insel benannt wurde und auch geführte Touren anbietet). Wir können aus eigener Erfahrung sagen, dass eine geführte Tour absolut empfehlenswert ist. Man kann die Insel einfach besser kennenlernen, wenn man mehr über die Geschichte dieses Ortes und über die dort lebenden Vögel, Pflanzen und Bäume erfährt und wenn man Fragen stellen kann. Wir haben eine süße kleine Rotkehlchen-Familie entdeckt, die völlig zutraulich um uns herum geflogen ist. Die Mutter fütterte ihre Kleinen direkt neben uns und setzte sich sogar auf den Fuß meines Mannes. Die einheimischen Kaka Papageien sind selbstbewusste kleine Racker. Ein paar von ihnen kamen uns jeden Tag in unserer Unterkunft nahe der Horseshoe Bay besuchen (Rakiura Retreat – eine einfache aber ausreichend schöne Unterkunft für Selbstversorger). Über unsere Nüsse und Apfelstücke die wir ihnen auf unserer Treppe bereit gelegt hatten, haben sie sich sichtlich gefreut. Sie ließen sich direkt nieder um die Leckerbissen aufzupicken und um dann aufgeplustert und mit lustigen Tanzschwüngen ihre Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen. Was für ein schönes Spektakel das war. Steward Island ist auch ein hervorragender Ort um den Kiwi in seiner natürlichen Umgebung zu beobachten. Leider konnten wir die Kiwi-Nacht-Tour nicht mitmachen, weil unsere Kinder noch zu klein waren. Aber eines Abends, als wir recht spät auf einer abgelegenen Straße fuhren, haben wir tatsächlich einen Kiwi gesehen, der gerade ins Gebüsch hüpfte. Es war ein kleines Erfolgserlebnis und unsere 11-jährige Tochter fand das alles extrem spannend.

Der Krebs, der blaue Kabeljau, die Austern und viele der anderen Fischgerichte im South Sea Hotel direkt am Ufer in Oban Village sind hervorragend. Es ist allerdings empfehlenswert einen Tisch am Fenster zu reservieren, um während des Essens den wundervollen Blick auf die Bucht genießen zu können. Wir haben damals ein paar Merino Pullover aus dem „Glowing Sky Shop“ mitgenommen – gute Qualität, ein tolles Andenken und nicht überteuert. Die „Fernery“ hat ebenfalls schöne Neuseeland Andenken, Bücher und viele nette kleine Mitbringsel im Angebot.

Es gibt unglaublich tolle Wandermöglichkeiten, Bootsfahrten, Hubschrauber- und Flugzeugtouren um an die unzugänglichen Teile der Insel zu gelangen. Eine Tour, die wir gerne gemacht hätten, ist die 4-stündige Wandertour von Manson Bay aus. Sie hört sich einfach toll an: Mit dem Flugzeug landet man auf dem Strand, dann folgt die Wanderung ins Landesinnere und mit dem Boot geht es hinterher wieder zurück durch die schmale Bucht. Da unsere Kinder, wie gesagt, noch relativ klein waren, konnten wir sie zu der Wanderung leider nicht überreden. Wir wissen aber jetzt schon, dass wir eines Tages zurückkommen werden um diese wunderschöne Tour nachzuholen. Eines Tages habe ich eine wahnsinnig schöne Wanderung von Braggs Beach zur Horseshoe Bay gemacht. Insgesamt ist man nur 1.5 Stunden unterwegs, aber es lohnt sich. Kurz nach dem Anfang, etwa nach drei Minuten, geht ein steiler Pfad hinunter an eine kleine, wunderschöne Bucht. Hier ist das Wasser absolut kristallklar und die interessant aussehenden, steinigen Höhlen laden zum entdecken ein. Obwohl es kein besonders warmer Tag war, war mir nach meiner Wanderung recht heiß und außerdem fühlte ich mich mutig genug nach meiner Rückkehr nach Braggs Beach ins kalte Wasser zu steigen und mich zu erfrischen. Ich erinnere mich noch gerne an diesen überwältigenden Moment: Das frische, klare, spritzende Wasser und das Gefühl, diesen Moment mit jeder Faser meines Körpers aufzusaugen und zu erleben – einfach unglaublich schön! In dem Moment habe ich mich so lebendig wie schon lange nicht mehr gefühlt!!!

Noch ein paar Tipps: Steward Island liegt recht weit südlich und das Wetter kann hier sehr wechselhaft und auch kühl sein. Dicke und wetterfeste Kleidung sollte also auch zu Ihrer Neuseeland Ausrüstung gehören, damit man auch bei schlechtem Wetter die Gegend erkunden kann. Des weiteren empfehlen wir den Flug nach Steward Island, da es eine schöne Möglichkeit ist, die Insel von oben zu bewundern. Die Fähre ist nicht viel billiger und braucht recht lange, und außerdem muss man damit rechnen, dass es bei unruhigem Seegang auf dem Wasser auch mal rau zugehen kann. Auch mit dem Flieger kann es ein wenig turbulent sein, aber wir fanden es super und der Flug dauert gerade mal eine Viertel Stunde.

Ein Beitrag von J. Houtwipper

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