Golden Bay

Viele Besucher der Nelson Region planen einen Besuch der Golden Bay, am nördlichsten Ende der Südinsel von Neuseeland, erst gar nicht ein. Dabei ist es ein so lohnenswertes Reiseziel! (Vor allem wenn man die typischen Touristenziele ein wenig hinter sich lassen möchte) Der Highway 60 führt über den Takaka Hill, und bietet schon auf der Fahrt dorthin besonders beeindruckende Aussichtspunkte auf die Ebenen der Nelson Region.

Zwischendurch habe ich an der Te Waikoropupu Springs Quelle, etwa eineinhalb Stunden nördlich von Motueka, halt gemacht. Dort gibt es einen tollen Busch-Wanderweg zu einer der größten Quellen Neuseelands. Das Wasser der „Pupu“ Quelle, wie sie oft von den Einheimischen genannt wird, ist heilig für die Maori und gehört zu den klarsten Gewässern der Erde. Obwohl man in dem Wasser nicht schwimmen, oder es auch nur berühren darf, ist die Quelle ein wunderbarer Ort zum entspannen und Beine ausstrecken.

Von Te Waikoropupu aus ist es nur noch eine kurze Fahrt bis nach Collingwood, wo mich meine nächste Unterkunft, das Zatori, erwartete. Das Zatori liegt auf einem Hügel, mit Aussicht auf die Flussmündung und den Ort Collingwood, auf halbem Wege zwischen der Gemeinde Takaka und der Farewell Spit (Farewell Landzunge). Diese Unterkunft ist ein wunderbarer Rückzugsort und liegt auf einem privaten Grundstück mit tollem Blick auf die Aorere River Flussmündung, die Berge des Kahurangi Nationalparks und den Ozean in der Ferne. Es gibt Paddle Boards, Kajaks, und Fahrräder zum ausleihen, damit man die Gegend erkunden kann, ohne wieder ins Auto steigen zu müssen. Da ich eine Stunde früher als erwartet ankam, war mein Zimmer noch nicht ganz fertig. Um die Wartezeit zu überbrücken, brachte mir die freundliche Inhaberin, Tracey eine Kanne Tee. So habe ich eine gute Weile auf dem Deck gesessen und den Ausblick genossen, und mir fast schon gewünscht, noch bis zum Abend so sitzen bleiben zu können. Mein Zimmer war wunderschön, mit riesigen Schiebetüren, die auf das Deck hinausführten und den Blick auf die umliegenden Gärten und das Meer freigaben – einfach ein wunderbarer Ort!

Im Courthouse Cafe in Collingwood habe ich anschließend sehr gut zu Mittag gegessen, und mich danach auf den Weg gemacht, um Cape Farewell und Farewell Spit zu erkunden.

Das Farewell Spit liegt am nördlichsten Ende der Südinsel und ist die längste Sand-Landzunge Neuseelands (35km) und zugleich ein international bekanntes Vogelreservat mit mehr als 90 verschiedenen Arten. Jeden Frühling kommen tausende Watvögel aus dem Norden und lassen sich hier nieder. Außerdem gibt es zahlreiche andere Arten, wie z.B. schwarze Schwäne, Tölpel, Brachvögel, Regenbrachvögel und viele mehr, die sich hier wohl fühlen. Auch Pinguine brüten hier.

Der Wharariki Strand ist unglaublich schön. Die tosenden Wellen, die riesigen Klippen und Sanddünen sind einfach umwerfend. Die Höhlen, Inseln und Steinbögen von Wharariki Beach gehören zu den schönsten des Landes und sind sehr beeindruckend. Seehunde finden hier optimale Bedingungen um ihren Nachwuchs zu bekommen und aufzuziehen. Es gibt einen Reitstall in der Nähe, der geführte Ausritte entlang des Strandes anbietet und dafür eine besondere Erlaubnis vom Department of Conservation erhalten hat – eine ganz besondere Art, diese wunderbare Gegend zu entdecken.

Es gibt es zahlreiche, tolle Wanderungen, die man hier in der Gegend machen kann. Sie haben verschiedene Schwierigkeitsgrade und führen durch üppiges Farmland mit atemberaubenden Ausblicken auf das Meer und die raue Küste. Es ist ratsam, bequeme Lauf- oder Trekkingschuhe dabei zu haben. Man kann z.B. in drei Stunden vom Wharariki Strand aus bis nach Cape Farewell laufen. Teilweise führt der Wanderweg am Strand entlang, der allerdings bei Flut unter Wasser steht. Man sollte also sicher gehen, dass man zur richtigen Zeit losläuft. Wenn man dann einen kleinen Bach überquert und über Farmland und an den Klippen, von denen aus man eine wunderbare Aussicht hat, vorbeigelaufen ist, kommt man am Ende in Cape Farewell an.

Cape Farewell ist der nördlichste Punkt der Südinsel und befindet sich westlich der Farewell Spit Landzunge. Der niederländische Seefahrer Abel Tasman entdeckte damals als erster Europäer das Kap, welches seinen Namen aber erst vom britischen Entdecker James Cook in 1770 bekommen hat. Es war das letzte Stück Festland, welches er und seine Crew zu sehen bekamen, bevor sie daraufhin mit ihrem Schiff die lange Heimreise antraten. Da das Kap etwas abseits liegt, gehört es zu den eher wenig besuchten Kaps des Landes. Der hier beginnende Clifftop-Walk (ein dreistündiger Wanderweg entlang der östlichen Küste des Kaps) verbindet diese Gegend mit dem Anfang des Farewell Spit.

Ein weiteres, interessantes Ausflugsziel in der Golden Bay Region ist Takaka. Der Ort liegt am südöstlichen Ende von Golden Bay und ist unter anderem Heimat von Aussteigern und Künstlern, die sich hier niedergelassen haben und dem Ort eine Menge Charakter verleihen. Es gibt ein kleines Museum, ein Kino, und zahlreiche Läden und Cafés. Wenn man eine Wanderung durch den Kahurangi Nationalpark machen möchte, ist dies der perfekte Ausgangspunkt. Direkt außerhalb von Takaka, am Tata Beach, liegt der Kajakverleih „Golden Bay Kayaks“. Hier kann man sich für einen halben oder ganzen Tag ein Kajak ausleihen und den Abel Tasman Nationalpark erkunden.

An diesem Abend habe ich im Zatori ein exzellentes 3-Gänge-Abendessen bekommen. Passend dazu gab es köstliche, lokale Weine, die Tracey mir zu meinem Essen empfohlen hatte. Die Atmosphäre in der stylischen Lounge, mit Kaminfeuer und den freundlichen Einheimischen, war perfekt um diesen Tag so richtig gemütlich ausklingen zu lassen. Ein wunderbarer Abschluss eines wunderbaren Wochenendes in Golden Bay.

Ein Wochenende in Nelson

Letzten Monat habe ich ein wunderschönes Wochenende in Nelson, Neuseeland verbracht. Nach meiner Landung auf dem kleinen Flughafen, bin ich aus dem Flugzeug gestiegen und habe erst einmal meinen Blick über die umliegenden Berge und den weiten Himmel schweifen lassen. Sofort habe ich gespürt, dass ich an einem ganz besonderen Ort angekommen war. Nachdem ich mein Mietauto bei Hardy Rental Cars abgeholt hatte (guter und freundlicher Service) bin ich in den Ort gefahren um den Nelson Market zu besuchen, der dort an jedem Samstagmorgen stattfindet. Es war ein sonniger, klarer Herbsttag und ich habe mich entspannt durch die Marktstände treiben lassen, um mir die verschiedenen Dinge anzuschauen, die dort angeboten wurden. Es gab Gemüse- und Obststände, Kaffeestände, Kunsthandwerksstände und Stände mit frisch zubereiteten Speisen, die sehr verlockend rochen.

 

Am Nachmittag habe ich das World of Wearable Art Museum besucht und war davon wesentlich beeindruckter, als ich gedacht hätte. Die ausgestellten Kostüme sind wunderschön und mit unglaublicher Handfertigkeit und Geschick hergestellt worden. Viele der Exponate haben schon Preise in der World of Wearable Art Awards Show gewonnen, die jedes Jahr im September in Wellington stattfindet. Außerdem gibt es hier eine riesige Oldtimer Ausstellung, mit tollen Autos in extrem gutem Zustand. Man kann hier locker ein paar Stunden verbringen, ohne daß Langeweile aufkommt!

Am nächsten Morgen habe ich ein paar Weingüter in der Nelson Gegend besucht. Das milde Klima und die vielen Sonnenstunden sorgen dafür, dass hier exzellenter Wein produziert wird. Mitte der 1800er Jahre haben deutsche Siedler hier die ersten Reben angebaut und noch heute wird diese Tradition weitergeführt. Einige der Weingüter betreiben neben den Weinprobe-Angeboten auch nette Cafés, in denen man eine Kleinigkeit zu essen bekommen kann, während man die verschiedenen Weine probiert. Da die Wein Region hier recht überschaubar ist, kann man mehrere Weingüter in relativ kurzer Zeit besuchen.

Nach meiner Tour durch die Weingüter habe ich mich in das Jellyfish Cafe am Mapua Kai gesetzt, um ein spätes Mittagessen zu mir zu nehmen – was für ein wunderbarer Ort. Ich habe mich für die leckeren, gegrillten Calamari mit Salat und Kumara Chips entschieden und dazu ein Glas des Nelson Sauvignon Blanc getrunken. Von meinem Platz aus konnte ich die Waimea Flussmündung sehen, den vorbeifliegenden Möven zuhören und die wunderbare Seeluft genießen. Ich hätte hier den ganzen Nachmittag einfach so sitzen bleiben können, aber entschloss mich, doch noch etwas zu unternehmen.

Nach meinem späten Lunch bin ich zu Wheelie Fantastic gelaufen, einem Fahrradverleih direkt am Mapua Kai, und habe eine kleine Fahrradtour entlang des Tasman’s Great Taste Trail gemacht. Nicky McBride, die Inhaberin von Wheelie Fantastic und ihr Team, bieten die Möglichkeit an, sich mit dem Fahhrrad zu einer beliebigen Stelle am Trail fahren zu lassen, je nachdem wie lange man fahren möchte, oder wie anspruchsvoll die Fahrradtour sein soll. Da ich mich so kurz nach meinem Lunch, und dem guten Wein, nicht verausgaben wollte, entschied ich mich jedoch für eine relativ flache Tour ohne große Steigungen. Man hat die Wahl, die Tour entweder mit einem Guide zu unternehmen, oder alleine zu fahren. Ich wurde von Nicky begleitet. Sie hat die Räder auf ihren Truck geladen und uns bis zur Fahrradstrecke gebracht. Unterwegs auf der Tour haben wir an verschiedenen, schönen Orten Rast gemacht. (Jester House z.B. sah sehr einladend aus!) Die Radstrecke ist eigentlich für jeden geeignet. Für den ambitionierten Radfahrer genauso gut, wie für den gemütlichen Fahrer, der ja noch sein Mittagessen und ein Gläschen Wein verdauen muß!

(Ein weiterer schöner Ausflug vom Mapua Wharf aus ist eine Fahrt mit der Fähre nach Rabbit Island. Dort kann man entweder spazieren gehen, oder mit dem Fahrrad eine schöne Runde drehen.) Die Rabbit Island (auf deutsch „Kanincheninsel“), befindet sich im südlichsten Teil der Tasman Bay, an der Nordseite der Südinsel. Die lange, schmale Insel erstreckt sich über eine Länge von 8 km in Ost-West-Richtung und ist 15 km² groß. Sie liegt gegenüber der Mündung des Waimea Rivers, sieben Kilometer westlich von Richmond.