25. April – Anzac Day

Gestern, am 25. April, war Anzac Day. An diesem neuseeländischen Gedenktag wird an die erste Militäraktion der australischen und neuseeländischen Truppen im Ersten Weltkrieg erinnert. Die Schlacht von Gallipoli, am 25. April 1915, führte damals zu zahlreichen Toten und Verletzten der neuseeländischen Streitmacht (der „Anzacs“), deren Ziel es war, die Dardanellen-Meerenge, den Zugang zum Bosporus und dem schwarzen Meer, einzunehmen. Nach dem Scheitern der Aktion gab es tausende Tote und Verletzte zu beklagen, darunter 87.000 Türken, 44.000 französische und britische Soldaten, 8.500 Australier und mindestens 7.700 tote und verletzte neuseeländische Soldaten.

Anzac Day erinnert mich immer an meine Studentenzeit in Auckland. Ein paar meiner Freunde und ich sind an dem Feiertag immer ganz früh am Morgen, in der Dunkelheit, losgezogen, um zum Auckland War Memorial zu laufen und uns dort in die andächtige Menschenmenge zu stellen. Wir warteten dann gemeinsam, in kleinen, flüsternden Gruppen auf das erste Morgengrauen und die berührenden Klänge des Dudelsacks, zu Beginn der Zeremonie. Damals und auch heute noch tragen die Menschen zu Ehren des Anzac-Tages gerne eine „Poppie“ (eine Mohnblüte) aus Papier an der Kleidung und legen Kränze aus Mohnblüten an den Gedenkstätten nieder. Auch Kriegsveteranen mit ihren Medaillen kann man bei der Zeremonie antreffen – viele von ihnen in Rollstühlen. Anzac Day ist ein wichtiger Feiertag in Neuseeland, der jedes Jahr gebührend zelebriert wird, um so an die zahlreichen Männer und Frauen zu erinnern, die im ersten Weltkrieg so tapfer für ihr Land gekämpft haben.

Die neuseeländische Justizministerin Amy Adams hat gestern, während der Zeremonie in Gallipoli, eine, wie ich finde, sehr berührende Rede gehalten:

Gallipoli – Anzac Day 2017

„LEST WE FORGET“ – Auf dass wir niemals vergessen mögen

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